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HVARER PLATZ (Stephansplatz), STEPHANSKATHEDRALE, BISCHOFSPALAST
Bei einem Besuch von Hvar führen alle Wege auf den Hvarer Platz, den Mittelpunkt gesellschaftlichen und öffentlichen Lebens, aber zugleich auch den größten Platz in Dalmatien. Seine Ostseite ist von der Stephanskathedrale umschlossen, die auf den Fundamenten einer frühchristlichen Kirche aus dem 6. Jahrhundert entstand und ihr heutiges Aussehen im 16. und 17. Jahrhundert erhielt. Die Kathedrale ist dem Heiligen Stephan gewidmet, dem Papst und Märtyrer, Schutzpatron des Bistums und der Stadt Hvar. Der Glockenturm aus der Renaissance und die weiteren Glockentürme von Hvar (Markuskirche, Franziskanerkloset und der zerstörte Turm der Hl. Veneranda-Kirche) zählen zu den schönsten in Dalmatien. Die Hvarer Kathedrale verwahrt zahlreiche wertvolle Kunstwerke und Gemälde bekannter Maler wie beispielsweise von Stefano Celesti, Palma dem Jüngeren und dem spanischen Maler Juan Boschettus. Das bekannteste Bild ist sicherlich das Madonna-Gemälde aus dem Jahre 1220, das das Werk eines proto-venezianischen Malers und eines der ältesten in Dalmatien ist. Neben der Kathedrale befindet sich der Bischofssitz in dem 1963 eine Kunstsammlung angelegt wurde, die aus sakralem Gerät, Archivdokumenten, alten Büchern und liturgischen Gewändern besteht. Das Bischofsmuseum ist für Besucher von 9-12 Uhr und von 16-18 Uhr geöffnet.
THEATER VON HVAR UND ARSENAL
Wenn Sie schon einmal auf dem Platz von Hvar sind, so sollten Sie auf jeden Fall das Hvarer Theater besichtigen. Dieses Theater nimmt einen unumgänglichen Platz in der Theatergeschichte im Allgemeinen ein, da es mit seiner Gründung 1612 als erstes Volkstheater in Europa gilt.
Das Theater entstand auf dem Arsenal, dem bekanntesten Baudenkmal der Stadt Hvar, das einst als Werfthalle für die Reparatur von Galeeren sowie als Lager für Seefahrtszubehör diente.
Das Hvarer Theater wird heute öffentlich genutzt. Unmittelbar am Theatereingang ist die Figur Zvir („Biest“) ausgestellt, eine alte Gallionsfigur von der Hvarer Galeere des Hl. Hieronymus, die durch die Schlacht gegen die türkische Seemacht in der berühmten Schlacht bei Lepant 1571 bekannt wurde. Im gleichen Gebäude befindet sich auch die Galerie zeitgenössischer Kunst, die in der Tourismussaison von 9-13 Uhr und von 17-23 Uhr für Besucher geöffnet ist. Außerhalb der Saison sind die Öffnungszeiten von 9-13 Uhr mit telefonischer Voranmeldung (Tel. 021741009).
MANDRAČ
Vom Hvarer Platz aus in Richtung Westen befindet sich der Mandrač von Hvar, ein kleiner Hafen, der seit jeher zum Schutz der Boote diente. Sein heutiges Aussehen erhielt er im 18. Jahrhundert. Man nimmt an, dass er zeitgleich mit dem Arsenal entstand.
REKTORENPALAST
Direkt am Platz von Hvar und gegenüber dem Mandrač befindet sich der ehemalige Rektorenpalast, das heutige Hotel Palace. Vom Rektorenpalast sind jedoch lediglich der Glockenturm mit Uhr aus dem 15. Jahrhundert und die Stadtloggia aus dem Beginn des 17. Jahrhunderts übrig geblieben. Vor der Loggia befindet sich ein Fahnenmast aus dem 15. Jahrhundert, der auch heute noch diesem Zwecke dient. Überlieferungen zufolge soll er auch als Pranger, aber auch für unterschiedliche öffentliche Bekanntmachungen genutzt worden sein.
MARKUSKIRCHE UND ARCHÄOLOGISCHE SAMMLUNG
Vom Hvarer Platz eröffnet sich der Ausblick auf den Glockenturm der Markuskirche. Die Kirche wurde leider zerstört und nur teilweise im 19. Jahrhundert wiederaufgebaut. Heute befinden sich in ihr die archäologische Sammlung und das Lapidarium, das den Namen des Hvarer Bürgers Dr. Grga Novak trägt, der ein bekannter Archäologe und Historiker war. Die Ruinen der ehemaligen Kirche mit dem Lapidarium werden heute für Veranstaltungen, beispielsweise Kammermusik und Gesangskonzerte, genutzt. Besucher können das Museum in der Saison von 10-12 Uhr und von 20-23 Uhr besuchen. Außerhalb der Saison ist eine telefonische Voranmeldung notwendig (Tel. 021741009).
FESTUNG FORTICA (ŠPANJOLA)
Vom Hvarer Platz in Richtung Norden kommt man zum Haupttor der Stadt oder der Porta di datallo (Feigentor). Weiter geht es die Treppen hinauf durch den alten Teil von Hvar, in dem sich die Paläste aus dem 15. und 16. Jahrhundert befinden, über kleine von mediterranen Sträuchern umgebene Serpentinen bis hin zur Hvarer Festung Fortica oder, wie Einheimische sie nennen, die Španjola. Sie wurde zu Beginn des 16. Jahrhunderts während der Herrschaft Venedigs erbaut und 1579 wieder aufgebaut. In der Festung befindet sich heute die Sammlung von Amphoren und anderen Exponaten aus der Antike und dem Mittelalter. Nicht nur ihre Architektur wird Sie begeistern, auch die Panoramaaussicht auf die Stadt Hvar, ihre Umgebung und die Inseln Pakleni otoci. Die Festung ist auch mit dem Auto erreichbar, man folgt lediglich der Straße, die hinter dem Busbahnhof in Richtung Westteil der Stadt aufsteigt.
KIRCHE ZUM HL. GEIST
Bei einem Spaziergang durch die Gassen der Altstadt werden Sie sicherlich auch auf die Kirche zum Hl. Geist stoßen. Es handelt sich dabei um eine der vielen alten Hvarer Kirchen. Die Kirche wurde 1493 fertiggestellt. In ihrem Rahmen ist die Bruderschaft des Hl. Nikolaus tätig, die besonders während großer Kirchenfeiertage aktiv ist. In der Kirche wird das interessante Altargemälde des Malers A. V. Padovanin verwahrt.
FESTUNG NAPOLJUN-NAPOLEON
Rechts von der Fortica-Festung befindet sich die Festung Napoljun, die während der Herrschaft der Franzosen zu Beginn des 19. Jahrhunderts erbaut wurde. Man kann sie mit dem Auto erreichen. Heute befindet sich in der Festung das Observatorium der Geodätischen Fakultät Zagreb, von dem man die Sterne und die Sonne beobachtet. Das Observatorium ist für Besucher nicht geöffnet. Es bietet sich jedoch ein wunderschöner Ausblick auf die Stadt von den Festungsmauern.
FRANZISKANERKLOSTER
Bei einem Spaziergang vom Hvarer Platz entlang der Riva kommt man sehr bald zum Franziskanerkloster. Innerhalb der Ruhe und Stille des Klosters können Sie die Vielfalt der Museumsexponate (Sammlungen griechischer, römischer und venezianischer Münzen, Liturgiezubehör, Atlas des antiken Kartographen Ptolemäus, seltene Exemplare von Amphoren usw.), aber auch die Gemälde der venezianischen Maler Francesca Santacroce und Palma dem Jüngeren genießen. Das Kloster ist zudem auch für das meisterhafte Bild Das Letzte Abendmahl (2 x 8 m) berühmt, dessen Anblick jeden Besucher sprachlos macht. Einige Kritiker schreiben dieses Werk dem Maler Matteo Ingoli aus Ravenna zu, spätere Kritiker jedoch betrachten es als Arbeit aus der Schule von Palma dem Jüngeren. Eine weitere Rarität, für die das Kloster bekannt ist, ist die über 300 Jahre alte Zypresse im Klostergarten. Das Kloster ist für Besucher von 10-12 Uhr und von 17-19 Uhr in der Saison und außerhalb der Saison von 10-12 Uhr geöffnet.
BENEDIKTINERKLOSTER
Wenn Sie durch das Haupttor der Stadt in Richtung Norden gehen, kommen Sie entlang der steinernen Treppe eines malerischen Gässchens in der Altstadt zum Benediktinerkloster. Die Benediktinerinnen oder „koludrice“ (wie Einheimische sie nennen) sind ein sehr strenger Kirchenorden, da sie ihr Kloster nur in Ausnahmefällen verlassen. Das Kloster entstand im Haus Lucić aus der Gotik-Renaissance. Innerhalb des Gebäudes befindet sich eine Sammlung gewählter Kunstgegenstände, Bilder und Ikonen aus dem 16. Jahrhundert sowie Liturigiezubehör. Die Benediktinerinnen aus Hvar sind besonders für ihre weltbekannten Exemplare von dekorativen Spitzendeckchen bekannt, die aus Agaven geklöppelt werden. Die Herstellung von Fasern aus Agavenblättern und ihre Feinverarbeitung zu Fäden ist eine ausgesprochen anspruchsvolle Arbeit, die sehr viel Können und Geduld erfordert. Für die Herstellung von Spitze aus Agaven ist besonderes Geschick gefragt, welches die Benediktinerinnen über Jahrhunderte perfektioniert haben. Jedes Spitzenexemplar ist ein Unikat und deshalb ausgesprochen wertvoll. Es wurde auf die UNESCO-Liste des nichtmateriellen Weltkulturerbes gesetzt.
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